da die digitalen collagen nun einmal alle zum freien download bereitstehen, verschenke ich diese praktisch. die bilder können so nicht mehr als einzigartige artefakte verkauft werden. die collagen sind rein digital produziert und die originale damit beliebig oft verlustfrei reproduzierbar. einzigartigkeit wäre von anfang nur durch eine künstliche verknappung zu erreichen gewesen, etwa durch eine auflage x+1.
eine solche künstliche verknappung erscheint mir aber aus künstlerischer sicht sinnfrei, also überlasse ich die auflagenzahl dem mythischen und zunehmend alles beherrschenden wesen, dem markt. soll es doch anhand der angeblich so unumstößlichen regeln von angebot und nachfrage bestimmen wie hoch die auflage der einzelnen collagen am ende sein wird.
da nun aber die waren - in diesem fall die bilder - um die es sich bei sellingthe.net dreht, frei und beliebig oft (re)produzierbar sind, stellt sich die frage was denn nun bei sellingthe.net eigentlich noch verkauft werden kann?
es bleibt eigentlich nur noch die handlung des verkaufs der arbeit an sich. wobei die arbeit die handlung des (ver)kaufs ist und gleichzeitig erst durch den kauf ensteht. diese handlung oder die arbeit wird zu einer intimem performance zwischen käufer und verkäufer. diese performance, welche mit der vertragsunterschrift von käufer und verkäufer endet, wird so zum eigentlichen objekt des handels.
das ganze klingt nach einem trick nach art des baron münchhausen, der sich am eigenen haarschopf aus dem morast zieht. aber durch den kauf der arbeit nimmt der käufer den angebotenen trick an und akzeptiert diesen als künstlerische handlung.
in dem der käufer diesen trick akzeptiert und durch den einsatz von kapital die arbeit erschafft nimmt er eine setzung vor. die setzung - ein klassischer trick der künstler - geht also vom käufer und nicht von mir dem künstler aus, der käufer wird so mit einem mal selbst zum künstler
nur käufer und verkäufer können gemeinsam die arbeit erschaffen.

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