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Der virtuelle Raum der Medien und die durch unser Gehirn erzeugte Realität ergeben einen synthetischen Raum – in diesem spielt sich das soziale Leben moderner Technogesellschaften ab. Kapital und Sendeanlagen gehen in diesem Spiel seit jeher eine unheilige Allianz ein. Das Kapital kontrolliert die Anlagen und beherrscht damit weitgehend souverän den synthetischen Raum. Zum Trost hat man den einstigen Souverän der Demokratie zum König Kunde gemacht – dabei weiß doch jedes Kind, dass Könige schon lange nichts mehr zu sagen haben.
Doch durch die netzbasierten virtuellen Welten öffnet sich nun die glatte und kontrollierte Oberfläche dieser synthetischen Sphäre gegenüber den Massen und es gilt “Dein Avatar wird nun dein Star”. Die virtuelle Welt der Medien wird zugänglich und es liegt alleine an uns diesen Raum zu gestalten und ihn den Händen des Spektakels zu entreißen. Natürlich reizt diese Öffnung des Raumes aber diejenigen, die durch die Kontrolle der Sendemonopole ihre Macht über das Virtuelle und damit über uns ausüben.
Im gleichen Maße, wie mit der Entwicklung des Netzes Besitz, Öffentlichkeit und virtueller Raum neu definiert werden, beginnt der Gegenschlag der angegangenen Macht. Der Gegner dieses Schlages sind nun wir. Uns gilt es mit Hilfe von Überwachung per Gesetz und Technologie zu kontrollieren und zu beherrschen, um auch weiterhin das künstlich verknappte Gut vermarkten zu können, über das wir alle eigentlich von Natur aus verfügen.
Wie der Esel der Möhre an der Angel, so trotten wir dem Gut hinterher, das die Technoökomie allein durch permanente Verknappung zu produzieren vorgaukelt und das uns doch schon lange gehört: Der Freiheit. - (fk januar 2008 )
