BYOB düsseldorf – some pics
Anlässliches des Düsseldorfer BYOB kamen Bildfrickler aus den unterschiedlichsten Bereichen für einen Abend im NRW-Forum zusammen. Alle Infos und Hintergründe zum Konzept gibt es bei www.byobworldwide.com oder weiter unten, hier im Blog. Die Idee ist einfach und schnell verstanden und trotzdem ist es immer etwas anderes selber vor Ort dabei zu sein und ein BYOB-Happening zu erleben.
Gut Ok. Das bildgewaltige Geflackere aus dutzenden von Beamern ist für uns nichts völlig neues mehr. Wir sind, was Projektionen angeht, mittlerweile doch einiges gewohnt und die, in weiten Teilen darauf basierende Medienkunst, hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel.
Aber BYOB bringt über das Visuelle hinaus noch eine eigene Qualität hervor. Zum Einen ist da der temporäre, flüchtige Charakter der ganzen Aktion. Man kommt für wenige Stunden an einem Ort zusammen, sucht sich dort einen freien Platz und eine Steckdose, projeziert Bilder und kurz darauf ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Das alles geschieht weitest gehend ungeordnet, die Funktion des Kurators – in diesem Fall mit Dank an Thomas Spalleck vom www.intercollectivepicture.com – beschränkt sich überwiegend auf organisatorische Tätigkeiten.
Zu Anfang gab es dann ein paar Stromausfälle und es dauerte eine Weile bis der anwesende Schwarm die Geräte auf die Steckdosen verteilt hatte, so dass die Sicherungen hielten. Aber aus dem Chaos des Aufbaus bildete sich sehr schnell eine durchaus homogene Struktur und ein zusammengehöriges Ganzes, aus dem BYOB_Happening wurde die BYOB_Installation. Fluxus war zurück in Düsseldorf.
Und somit war das ganze eben auch Gegenposition zu der sich nach wie vor hartnäckig haltenden Kunstauffassung vom genialen Künstlergenie, welches Kraft seiner besonderen Talente, zum Autor eines herausragenden Werks wird. Im BYOB geht der einzelne Autor und die zugehörige Arbeit völlig unter, was aber keineswegs unangenehm ist. Ganz im Gegenteil sogar, das Mitmachen ist überaus entspannt, das ansonsten von Gruppenausstellungen bekannte ‘Schwanz vergleichen’ fällt weg. Und diese Stimmung war auch den ganzen Abend über zu spüren.
Durch die fehlende Koppelung von Autorennamen und Arbeiten kamen die teilnehmend Künstler erst gar nicht in die Versuchung den Raum nach wichtigen Personen zu scannen. Oder – noch schlimmer – halb verkrampft um die eigene Arbeit zu schleichen, in der Hoffnung jemand vermeintlich Bedeutendes würde sie doch endlich einmal wahrnehmen. BYOB ist definitiv nicht der Ort um als Künstler entdeckt zu werden, sofern es solche Orte außerhalb der Mythen und Legenden des Kunstspektakels denn überhaupt geben sollte.
Und genau darin liegt die Kraft von BYOB und macht es so überaus angenehm für alle Beteiligten. Sowohl für die aktiv Teilnehmenden, als auch für das Publikum, denn BYOB löst zumindest für den kurzen Moment des Happenings die Autorschaft zu Gunsten eines gemeinsamen Werkes auf und ermöglicht damit Kommunikation auf Augenhöhe.
Aber BYOB ist damit eben nicht nur einfaches Happening und Installation in der Tradition des Fluxus, sonder darüber hinaus auch ein adäquater Kommentar zur digitalen Bilderflut des WWW – die Zitate in diese Richtung waren übrigens unübersehbar.
Und BYOB ist eine intelligente Reaktion auf die zunehmend dominanter werdende Kreativkultur des Netzes in welcher Sampling, Collagen und das Copy-and-Paste-Prinzip eine zentrale Rolle spielen. Der Umgang mit Urheberrechten, Copyrights und Copylefts und die damit direkt verbundenen Frage nach der Autorschaft werden mit ACTA und SOPA mehr und mehr zur zentralen politischen Frage der Politik der Netze. Ein BYOB ist nicht der schlechteste Ort um solchen Fragen nach zu spüren.
BYOB – Düsseldorf
20.01.2012 17.00 – 23.00 UHR
im NRW -Forum
organisiert von Thomas Spalleck
nach einer Idee von Rafaël Rozendaal











