der künstler ist anwesend - 2008

der künstler(ich) sitzt zu hause am rechner vor einer webcam. das bild der kamera wird per livestream über das netz in den ausstellungsraum transportiert. dort wird es per videoprojektion gezeigt. die performance dauert etwa 2 stunden.

eine der ideen der netzkunst war und ist die loslösung des autors vom werk. durch die quasi-anonyme struktur des frühen netzes war es problemlos möglich die eigenen arbeiten zu publizieren ohne jemals selber als person in erscheinung zu treten. die nutzung von pseudonymen - historisch gewachsen aus der kultur der hacker - gehörte durchaus zum guten ton. die dadurch ermöglichte überwindung des egos gehört(e) mit zu einer der utopischen versprechen der frühen netzkunst.

doch netz und damit natürlich auch die kunst, welche sich damit beschäftigt, hat sich gewandelt. das internet ist massenmedium und damit teil des öffentlichen raumes geworden. mit dem wandel des netzes, verändert(e) sich auch dessen nutzung. die anonymität verschwindet. dies geschieht teils aufgrund der veränderten nutzung, teils durch staatliche und privatwirtschaftlich initiierte kontrollmechanismen.
die inszenierung der eigenen persönlichkeit ist zu einer wichtigen triebkraft im netz geworden, ein phänomen welches aus der kunstwelt nur zu gut bekannt ist.

installationsansichtscreenshot zu hause am rechnerlivestream und projektioninstallationsansichtinstallationsansichtsetting performance zu hause am rechnerinstallationsansicht projektion des livestreamsetting performance zu hause am rechnerscreenshot webcaminstallationsansicht projektion des livestream bei eexistence gallery 04/2010